Erythematöse Plaques mit zentrifugaler Ausbreitung, colleretteartiger Schuppung und Pusteln

Wim Schaefer, Johannes S. Kern, Frank Meiss

Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Dermatologie und Venerologie, Freiburg

Abbildung 1: Klinischer Befund an der Abdominalwand rechts mit typischem trizonalen Aufbau einer Einzelläsion: zentrales livides Erythem, Übergangszone mit colleretteartiger (halskrausenartiger) Schuppung, peripherer Anteil mit multiplen, dicht stehenden, nicht follikulär gebundenen Pusteln.

Anamnese
Eine 46-jährige Patientin berichtete, erstmals vor drei Monaten erythematöse Plaques bemerkt zu haben, die sich rasch zentrifugal ausbreiteten und eine randständige Pustelbildung aufwiesen. Die Hautveränderungen hatten sich zunehmend am Rumpf und an den proximalen Extremitätenabschnitten ausgebreitet und waren von einer brennenden Juckreizempfindung begleitet. Die rasche Ausbreitungsgeschwindigkeit führe zu einem nahezu täglich wechselnden klinischen Erscheinungsbild. Allgemeinsymptome wie Fieber, Schüttelfrost oder Leistungsminderung wurden verneint. Gelenkschmerzen hatten zu keinem Zeitpunkt bestanden. Es ergaben sich keine Anhaltspunkte für auslösende oder aggravierende Faktoren, auch waren keine neuen Medikamente im zeitlichen Zusammenhang mit dem Auftreten der Hautveränderungen eingenommen worden. Sowohl die Eigen- als auch die Familienanamnese war unauffällig, insbesondere ergab sich kein Anhalt für Erkrankungen aus dem psoriatischen Formenkreis. Eine topische Therapie mit Mometasonfuroat hatte zu keiner ausreichenden Besserung geführt. Die brennende Juckreizempfindung hatte lediglich gering auf eine systemische Therapie mit Ibuprofen angesprochen.

Abbildung 2: Histologischer Befund (Probeentnahme aus einer Läsion von der Abdominalwand) mit minimal akanthotisch
verbreiterter Epidermis, fokal diskreter Parakeratose und subkornealen Makropusteln sowie einem aufsteigenden Entzündungsinfiltrat perivaskulär in der oberflächigen Dermis bis in die Epidermis (Hämatoxylin-Eosin-Färbung, Originalvergrößerung x20).

Klinischer Befund 
An der vorderen und seitlichen Leibeswand sowie an den proximalen Extremitätenabschnitten bestehen großflächige, mäßig bis scharf begrenzte, circinär angeordnete, erythematöse Plaques mit randständiger, colleretteartiger Schuppung und einem dichten Pustelsaum (Abbildung 1). Hierbei zeigt sich in allen Läsionen ein gleichartiges trizonales Anordnungsmuster mit einem zentralen lividen Erythem, gefolgt von einem colleretteartigen Schuppensaum und im Randbereich dicht stehenden, nicht follikulär gebundenen Pusteln auf hellrotem Grund (Abbildung 1). Kopfhaut, Gesicht, Palmae und Plantae sowie die einsehbaren Schleimhäute sind nicht betroffen. Die Hautanhangsgebilde zeigen sich unauffällig.

Histologischer Befund 
Die Histologie (Probeentnahme aus einer Läsion von der Abdominalwand) zeigt neben einer minimal akanthotisch verbreiterten Epidermis, mit fokal diskreter Parakeratose, eine subkorneale Bildung von Makropusteln. Im Pustellumen befinden sich neutrophile Granulozyten. Ein aufsteigendes Entzündungsinfiltrat reicht von perivaskulär in der oberflächigen Dermis bis in die spongiotisch aufgelockerte Epidermis (Abbildung 2). In der PAS-Färbung ergibt sich kein Nachweis von Pilzelementen. Die direkte und indirekte Immunfluoreszenzuntersuchung ergeben keinen Hinweis auf spezifische Immunglobulinablagerungen. 

Laborparameter 
Die Routinelaboruntersuchungen zeigen sich normwertig. Serologisch ergeben sich keine Hinweise auf eine Streptokokkeninfektion. 

Mikrobiologische Untersuchungen
Im Gram-Präparat eines Pustelausstrichs zeigen sich massenhaft neutrophile Granulozyten, jedoch keine Bakterien (sterile Pustel). Im KOH-Präparat sowie in der Pilzkultur sind keine Dermatophyten nachweisbar.

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