Fleckförmiger Haarausfall am Hinterkopf

Yuval Ramot (1) , Yael Renert-Yuval (1), Alexander Maly (2), Abraham Zlotogorski (1)

(1) Department of Dermatology, Hadassah – Hebrew University Medical Center , Jerusalem , Israel
(2) Department of Pathology, Hadassah – Hebrew University Medical Center , Jerusalem , Israel

Abbildung 1: Mehrere verstreut liegende, alopezische Areale am Hinterkopf.
Abbildung 2: Dermatoskopisches Bild eines alopezischen Areals mit Haaren unterschiedlicher Länge, kurzen Vellushaaren, schwarzen Punkten, gelockten Haaren, Trichoptilosis, leeren follikulären Ostien und gelben punktförmigen Arealen mit gelegentlichen inliegenden schwarzen Punkten.

Anamnese
Ein 18-jähriger Patient hatte bei einem Verkehrsunfall ein Polytrauma mit intraventrikulärer und parenchymatöser Hirnblutung, Lungenkontusion, Pneumo- und Hämatothorax sowie einer Beckenfraktur erlitten. Während des einmonatigen
Aufenthalts auf der Intensivstation wurde er sediert und beatmet. Nachdem sich sein Gesundheitszustand stabilisiert hatte, wurde der Patient in die chirurgische Abteilung verlegt. Etwa zu dieser Zeit entwickelte sich ein fleckförmiger Haarausfall am Hinterkopf, woraufhin er zwei Monate nach Aufnahme konsiliarisch in der dermatologischen Ambulanz vorgestellt wurde. Eine ausführliche Anamnese ergab eine Alopecia areata der Mutter des Patienten, die nach wie vor aktiv war und vor allem die Augenbrauen betraf.

Klinischer Befund
Am Hinterkopf zeigte sich ein fleckförmiger Haarausfall in mehreren 0,5 cm bis 4 cm im Durchmesser messenden Arealen (Abbildung 1). Einige der Flecken waren oval geformt. Es gab keinen Haarausfall an anderen Stellen der Kopfhaut oder des Körpers. Dermatoskopisch zeigten sich verschieden lange Haare, kurze Vellushaare, schwarze Punkte, gelocktes Haar, Spliss (Trichoptilosis), leere follikuläre Ostien und gelbe Punkte, die gelegentlich kleinere schwarze Punkte enthielten (Abbildung 2). Sogenannte „Ausrufezeichen“-Haare, Pseudomonilethrix, weiße Telogenhaare, Flammenhaare (flame hairs), V-Zeichen-Haare oder tulpenförmige Haare (tulip hairs) waren nicht nachweisbar.

Abbildung 3 Erhöhtes Telogen- Anagen-Verhältnis, epitheliale Veränderungen und gelegentliche follikuläre Atrophien.

Histologie
In der Hautbiopsie zeigten sich verkleinerte Follikel und ein erhöhtes Telegen-Anagen-Verhältnis (Abbildung 3) sowie Epithelveränderungen und vereinzelt atrophische Follikel ohne Entzündungs- oder Fibrosierungszeichen.

 

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