Papulopustulose des Gesichts und des Capillitiums

Robert Wessbecher 1 ,Kristin Technau-Hafsi 2 ,Frank Meiss 2 ,Franziska Schauer 2

(1) Abteilung für Dermatologie und Allergologie, Knappschafts-Klinik der Knappschaft Bahn See, Reha-Zentrum Borkum
(2) Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät ,Albert Ludwigs-Universität Freiburg, Deutschland

Abbildung 1: Frontalansicht (a) und Seitansicht (b) der zentrofazialen und am Capillitium erkennbaren Papulopustulose auf erythematösem Grund.
Abbildung 2: Spongiotisch aufgelockerte Epidermis mit subkornealer Pustelbildung (Hämatoxylin-Eosin-Färbung [HE],
Originalvergrößerung x 100) (a). Infiltration des Haarschaftes durch eosinophile Granulozyten (HE, Originalvergrößerung
x 400) (b).

Anamnese
Ein 43-jähriger mitteleuropäischer männlicher Patient berichtete,
erstmals im März 2015 eine schmerzende Rötung
und großfl ächige Pustelbildung an der Nase, den Wangen
und im Verlauf auch an der behaarten Kopfhaut bis in den
Nacken reichend entwickelt zu haben. Er vermutete einen
Zusammenhang mit der gummierten Atemschutzmaske, welche
er wegen seiner berufl ichen Tätigkeit als Autolackierer
mehrere Stunden am Tag tragen müsste. Eine erhöhte Lichtempfi
ndlichkeit lag nicht vor. Es ergab sich anamnestisch
kein Anhalt für eine bestehende atopische Dermatitis, eine
Rhinokonjunktivitis allergica oder ein Asthma bronchiale.


Hautbefund
Klinisch bestand an beiden Wangen, dem Nasenrücken, der Glabella
und dem gesamten Capillitium eine teils ödematöse, scharf
begrenzte erythematöse Macula mit zahlreichen follikulär und
nicht follikulär gebundenen Papulopusteln (Abbildung 1a, b). Es
imponierten außerdem drei anuläre, erythematöse bis zu 4 cm
durchmessende Plaques mit randständigem Pustelsaum am Sternum,
oberem Rücken und linkem Oberarm streckseitig.

Diagnostik
Im Material eines Pustelausstrichs konnten im KOH-Präparat,
in der Gram-Färbung und auch kulturell keine Erreger nachgewiesen
werden (sterile Pustulose). In der Epikutantestung
konnten Kontaktsensibilisierungen (getestete Substanzen:
Standardreihe, Externa Inhaltsstoffe, Konservierungsstoffe,
Gummireihe, eigene Arbeitsmaterialien und Materialprobe
der eigenen Atemschutzmaske) ausgeschlossen werden. Laborchemisch
lag eine wechselnd starke, aber anhaltende Bluteosinophilie
bis 3,69 Tsd/ μ l [Norm < 0,4 Tsd/ μ l] bei diskreter
Leukozytose vor.


Histologischer Befund
Die Probebiopsie von der Wange links zeigte eine spongiotisch
aufgelockerte Epidermis mit subkornealer Pustelbildung. Der
Pustelinhalt bestand aus neutrophilen und eosinophilen Granulozyten.
In der Dermis war ein perivaskuläres und periadnexielles
Entzündungsinfi ltrat aus Lymphozyten, Histiozyten
und reichlich untergemischten eosinophilen Granulozyten
nachweisbar, welches sich bis zum tiefen Gefäßplexus ausdehnte
(Abbildung 2a, b).

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