Solitäre Läsion an der Glans penis

Ulrich Reidel (1, 2), Manuela Gutschi (1), Ha-Na Lee (1), Klaus-Peter Müller (3), Julia Welzel (1)

(1) Klinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum Augsburg (2) Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin (3) Praxis Dres. Dörzapf und Kollegen, Augsburg

Abbildung 1: Läsion im Bereich der gesamten Zirkumferenz
des Sulcus coronarius bei retrahiertem Präputium.
Abbildung 2: Histologischer Befund der biopsierten Läsion: globuläre Ablagerungen eines amorphen, blass eosinophilen Materials zwischen den Kollagenfaserbündeln der retikulären Dermis, als auch um dermale Gefäße (Hämatoxylin-Eosin-Färbung, Originalvergrößerung x 50).

Patientenanamnese 
Ein 68-jähriger, nicht zirkumzidierter ansonsten gesunder kaukasischer Patient stellte sich aufgrund einer asymptomatischen Läsion an der Glans penis vor. Er habe diese vor etwa zehn Jahren erstmals bemerkt. Seither sei sie langsam progredient. Anamnestisch lagen keine Hinweise auf assoziierte urogenitale Beschwerden vor, weder auf erektile Dysfunktion, noch Hämaturie oder obstruktive Beschwerden. Die Vorgeschichte hinsichtlich einer Infektion, eines Traumas oder vorangehender Operation in dieser Region war leer. 

Klinisches Erscheinungsbild 
An der gesamten Zirkumferenz des Sulcus coronarius erkennt man multiple, blass erythematöse Papeln, welche zu einer leicht erhabenen Plaque konfluieren (Abbildung 1). Das restliche Integument ist frei. 

Histologische Untersuchung
Unter einer unauffälligen Epidermis erkennt man in der retikulären Dermis zahllose globuläre Ablagerungen eines amorphen, blass eosinophilen Materials, eingestreut zwischen den Kollagenfaserbündeln, als auch um die dermalen Gefäße (Abbildung 2). 

Zusätzliche diagnostische Tests
Serum-Calcium, Blutbild mit Differenzialblutbild, Leber- und Nierenwerte, 2-Mikroglobulin, Serumelektrophorese, Immunglobuline und Leichtketten im Serum sowie Immunfixation von Serum und Urin waren sämtlich im Normbereich.

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