Unklare therapieresistente Intertrigo

Kalina Terzieva, Peter Elsner

Hautklinik, Universitätsklinikum Jena

Abbildung 1: Klinisches Bild: Retikuläre, erythematöse, teils erosive, teils atrophe Plaques submammär.

Anamnese
Eine 72-jährige Patientin stellte sich in unserer Klinik mit progredienten, kaum juckenden rötlichen Hautveränderungen unter der Brust und in den Achseln vor. Die Läsionen bestanden seit ca. zehn Monaten und wurden in den letzten Monaten vom Hausarzt mit glukokortikosteroidhaltigen Externa und Antimykotika behandelt, bisher ohne Erfolg. Eine spezielle antipruriginöse Therapie war nicht erfolgt. Nebenbefundlich bestanden Herzrhythmusstörungen, eine essentielle Hypertonie, eine Osteoporose und eine chronisch venöse Insuffizienz. Ansonsten wurde allgemeines Wohlbefinden angegeben. Die Eigen- und Familienanamnese war bezüglich dermatologischer Erkrankungen leer.

Klinischer Befund
Bei der klinischen Untersuchung zeigten sich submammär, intermammär und am Oberbauch ausgedehnte erythematöse Maculae und Papeln, teilweise mit streifigen Erosionen, mazeriert wirkender Haut und stellenweise (netzartig) atrophen Aspekten (Abbildung 1). Deutlich milderer Befund axillär beidseits und sakral. Am restlichen Integument fanden sich außer einer Unterschenkelvarikosis keine Auffälligkeiten. Die Schleimhäute waren erscheinungsfrei.

Weitere Diagnostik
Das Routinelabor war bis auf einen leicht erhöhten LDHWert, eine verlängerte aPTT sowie einen erhöhten INR-Wert (erwartungsgemäß unter oraler Antikoagulation) unauffällig. Das Komplement sowie die zirkulierenden Immunkomplexe waren normwertig. Der ANA-Titer war mit 1 : 100 grenzwertig und zeigte ein gesprenkeltes Muster. Eine Borrelieninfektion wurde serologisch ausgeschlossen.

>> zur Diagnose