Kind, Karriere, Klinik: das Team

Dass die besondere Konstellation von Dr. Schaarschmidt so optimal läuft, hängt auch davon ab, wie das Team und vor Allem die Vorgesetzten mit dieser Situation umgehen. Fr. Dr. Astrid Schmieder ist Oberärztin in Dr. Schaarschmidts Team und berichtet aus Ihren Erfahrungen:

PD Dr. med. univ. Astrid Schmieder
PD Dr. med. univ. Astrid Schmieder

JuDerm: Wie schnell ließ sich eine Kollegin „mit Kind“ in das Team und den Klinik-Alltag integrieren?

A. Schmieder: Die Kollegin wurde sehr schnell wieder im Klinik-Alltag integriert, da sie auch insgesamt nur drei Monate zu Hause geblieben ist. Sie war sofort wieder voll einsatzfähig und hat ihre KollegInnen in der Ambulanz entlastet und ihre eigene Forschung erfolgreich vorangetrieben. Die Stillpausen lassen sich sehr gut in den Klinikalltag integrieren.

JuDerm: Wie unterstützen Sie Dr. Schaarschmidt?

A. Schmieder: Ich versuche bei Frau Schaarschmidt Überstunden zu vermeiden und es zu gewährleisten, dass die Stillpausen eingehalten werden können. Zudem gebe ich ihr aktuell nicht noch Aufgaben „on top“ wie Gutachten, SOP-Entwicklungen u.s.w..

JuDerm: Waren Sie von Beginn an gut auf diese besondere Situation vorbereitet? Was möchten Sie gern noch verbessern?

A. Schmieder: Frau Dr. Schaarschmidt ist die erste Assistenzärztin, die bereits direkt nach dem Mutterschutz zurückgekommen ist und daher noch Stillpausen während der Arbeitszeit braucht. Ich hatte daher keine Erfahrung mit dieser besonderen Situation und hatte natürlich auch befürchtet, dass es für Frau Dr. Schaarschmidt zu anstrengend sein könnte. Ich bin jedoch positiv überrascht, wie gut alles läuft und sie Kind und Karriere vereinbart, auch wenn es für sie sicherlich nicht immer ganz einfach ist –man denke nur z.B. an den Schlafmangel.

Verbessern würde ich die Tatsache, dass, obwohl wir an der Universitätsmedizin zwei Kitas haben, es nicht sicher gewährleistet werden kann, dass alle angestellten Mütter sicher einen Platz bekommen. Dieser Umstand würde einen frühen Wiedereinstieg in den Beruf bei Müttern sehr erleichtern. Bei Frau Dr. Schaarschmidt kümmert sich aktuell ihr Mann Vollzeit um das Baby, dies ist jedoch bei anderen Familienmodellen nicht von vornherein möglich. Zudem wäre es auch sehr hilfreich ein eigenes Familienzimmer in der Klinik z.B. für das Stillen zu haben. 

JuDerm: Ihr Tipp für werdende Mütter, die so wie Dr. Schaarschmidt zeitig und mit Baby wieder in den Beruf zurückkehren wollen?

A. Schmieder: Ich würde mich bereits vor der Geburt mit meinem Vorgesetzten über die Möglichkeit unterhalten wieder zeitig in den Beruf einzusteigen und mich informieren, welche Unterstützungsmöglichkeiten es denn gibt - z.B. ob ein Kita-Platz zugesichert werden kann, ob es im ersten Jahr möglich ist den Aufgabenumfang in der Klinik zu reduzieren oder ob ein Teil der Arbeiten (z.B. bürokratische Aufgaben) auch von zu Hause aus erledigt werden kann. Zudem ist es sicher sinnvoll frühzeitig mit dem Partner darüber zu sprechen, wer denn wann zu Hause bleibt, wenn das Kind krank ist, ob es sinnvoll und gewünscht ist eine „Leih-Oma“, einen „Leih-Opa“ oder eine Nanny auch für den Notfall zu organisieren, falls es keine Opas und Omas in der Nähe gibt. Schlussendlich wird es jedoch immer eine Herausforderung bleiben Kind und Karriere zu vereinbaren. Daher kann ich nur empfehlen sich schon vor der Geburt darauf vorzubereiten, dass nicht immer alles nach Plan laufen wird. Hier hilft sicher ein großes Maß an Gelassenheit und die Fähigkeit auch über eigene kleine Fehler Lachen zu können.