Multiple gelbliche Papeln an den Labia majora

Ricardo Ruiz-Villaverde 1 , Cristina Garrido-Colmenero 1 , Miguel Antonio Díaz-Martinez 1 , Jose Aneiros-Fernandez 2

(1) Dermatology Unit , Hospital Universitario Virgen de las Nieves , Granada , Spanien
(2) Pathology Unit , Hospital Universitario San Cecilio , Granada , Spanien

Abbildung 1: Multiple gelbliche Papeln im hinteren Bereich der Labia majora.
Abbildung 2: Die histopathologische Untersuchung zeigt eine Talgzyste mit mehrschichtigem Plattenepithel und fehlendem Stratum granulosum, außerdem Talgdrüsenlobuli (Hämatoxylin-Eosin-Färbung, Originalvergrößerung x 20).

Krankheitsverlauf, klinische Befunde und Histopathologie
Eine 41-jährige Frau stellte sich in der Ambulanz unserer Hautklinik mit einer seit 31 Jahren andauernden Vorgeschichte multipler gelblicher Papeln der Labia majora vor, die stetig an Größe und Anzahl zunahmen. Anfänglich waren die Läsionen asymptomatisch, während der letzten drei Jahre wurden sie dann aber während des Geschlechtsverkehrs als schmerzhaft und unangenehm empfunden. Es gab keine familiären Vorerkrankungen mit vergleichbaren Läsionen, die Anamnese der Patientin war ansonsten unauffällig.

Bei der klinischen Untersuchung zeigten sich zahlreiche gelbe zystische Papeln und Knoten in der hinteren
Region der Labia majora (Abbildung 1 ). Eine Nageldystrophie wurde nicht festgestellt. Standardlabortests zeigten keine auffälligen Ergebnisse. Die pathologische Untersuchung einer Papel zeigte eine follikuläre Zyste (Abbildung 2 ). Unsere Patientin wurde in die Chirurgische Klinik überwiesen, wo sie sich einer Resektion aller Läsionen der Labia majora mit chirurgischer und ästhetischer Rekonstruktion unterzog.

Histologie
Histologisch fanden sich im oberen und mittleren Korium gelegene unterschiedlich große Gangstrukturen, die von einem ein- bis zweireihigen Epithel ausgekleidet waren. Teilweise imponierten auch strangförmige Formationen basaloider Zellen, die an die Gangstrukturen angrenzten. Zudem zeigte sich ein perivaskuläres, relativ oberfl ächliches lymphozytäres Entzündungsinfiltrat (Abbildung 2 a, b).

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