Verkrustete Papulopusteln, Plaques und Ulzerationen

Monica Möbes 1 , Lorenz Pfaff 2 , Susanne Usadel 3 , Kristin Technau-Hafsi 1

(1) Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Freiburg im Breisgau
(2) Hautarztpraxis Waldkirch
(3) Infektiologikum Freiburg & Abteilung Infektiologie, Universitätsklinikum Freiburg im Breisgau

Abbildung 1: Krustig belegte Papeln palmar und plantar (a). Krustig belegte Papulopusteln und Plaques sowie austernschalen-artig belegtes Ulcus am Stamm (b).
Abbildung 2:
Interface-Dermatitis und dermal lymphozytäres Entzündungsinfiltrat mit in der Tiefe vermehrten Plasmazellen (Hämatoxylin-Eosin-Färbung, Originalvergrößerung x 100).

Anamnese
Ein 27-jähriger Patient wurde uns mit einem asymptomatischen Exanthem nach einer zweiwöchigen Therapie mit Clindamycin 500 mg 2 x täglich p.o. im Rahmen einer Zahnarztbehandlung zugewiesen. Das Exanthem sei eine Woche zuvor beginnend am Unterbauch aufgetreten und hätte sich schnell ausgebreitet. Fieber, Arthralgien und eine Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes lagen nicht vor. Der Impfstatus war nicht eruierbar. Anamnestisch keine Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahmen oder Allergien bekannt. Sexualanamnese MSM.

Klinischer Befund
Am gesamten Integument inklusive der Kopfhaut, Palmae und Plantae waren multiple, erythematöse, z. T. krustig belegte Papulopusteln und Plaques sichtbar (Abbildung 1 a, b). Am Unterbauch rechts zeigte sich ein ca. 5 cm durchmessendes, austernschalenartig verkrustetes Ulkus (Abbildung 1 b). Die Mund- und Genitalschleimhaut waren blande. Der Lymphknotenstatus zervikal, axillär und inguinal war unauffällig.

Histologie/Immunfluoreszenz
Die konventionelle Histologie einer Biopsie aus dem Ulkusrand am Unterbauch rechts zeigte in der Hämatoxylin-Eosin-Färbung neben einer schmalen Epidermis mit Orthokeratose eine ausgeprägte Interface-Dermatitis. Dermal war ein teils bandförmig lichenoides, teils perivaskulär oberflächliches, teils tief imponierendes lymphozytäres Entzündungsinfiltrat mit in der Tiefe vermehrten Plasmazellen sichtbar (Abbildung 2 ). Die direkte Immunfluoreszenz zeigte keine IgG-, IgA-, IgM- oder C3c-Ablagerungen.

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